Schwere Entscheidung Schulübertritt für Eltern

Gestern gab es wieder Schulübertritts-Zeugnisse.

Für viele Eltern eine schwere Aufgabe, die richtige und förderlichste Entscheidung zu treffen.

Sollen es die eigenen Kinder doch hoffentlich in allem besser und leichter haben, als unsere titelgeprägte Erfolgsgeneration.
Wir wollen ihnen andere Werte mitgeben und dennoch möglichst alle Türen offenhalten (sofern das Zeugnis überhaupt alle freigibt).

Es gibt hier kein richtig oder falsch. Alle Eltern wollen das Beste für ihr Kind, das ist eh klar.

Dennoch gibt es bereits hier eine Diskrepanz.

Denn basiert dieses Beste auf der Realität oder unserer eigens gefärbten Einschätzung darüber? Meistens trifft dies zu. Und so kommt es dann vor, dass manche Kinder vor dem Fernseher sitzen, während deren Mamas Hausaufgaben erledigen. Oder ihre Kinder durch gemeinsames Lernen in eine höhere Schulform pressen, in der das Kind dann jahrelange Qualen durchlebt, bis es gänzlich scheitert. Ausnahmen bestätigen selbstverständlich auch diese Regel.

Aber auch andersherum:
Nicht wenige Eltern reden ihren Kindern eine höhere Laufbahn aus. Gutmeinend, damit diese eine leichtere Kindheit haben. Für hoch intelligente Kinder oft der erste Dominostein einer langen Abfahrt in ein Tal aus Unstimmigkeiten, Ablehnung, Nichtzugehörigkeit und Fehlentscheidungen.

Wie wäre es, das Kind entscheiden zu lassen?

Grundsätzlich ist die schulisch bescheinigte Einschätzung (wenn auch definitiv zu früh) bereits ein recht treffender Indikator, zumindest nach den hiesigen Gültigkeiten. Ob didaktisch oder gar menschlich sinnvoll, steht auf einem anderen Blatt.

Wie auch immer die Empfehlung ausfällt, ist es ein sehr guter Moment, mit seinem Kind über unsere Klassengesellschaft zu sprechen und es selbst hinterfragen zu lassen, ob es diese Art, Menschen zu bewerten, richtig findet.

Und besorgten Eltern seien folgende Aspekte mitgeteilt:

🏛 Wir haben mittlerweile ein durchlässiges Schulsystem. Kinder, die jetzt noch nicht weit genug denken (können/möchten), haben noch weitere Wege, ihr Abitur zu erreichen. Diese sogar wesentlich lernentspannter als der gymnasiale Weg.

🏛 Abitur allein macht weder einen guten, noch verantwortungsvollen Menschen aus. Ob Dein Kind ein glückliches Leben führen wird, auch nicht. Doch diese Frage im Vordergrund zu betrachten, hebt diese Chancen deutlich 懶.

🏛 Sprich‘ mit den Arbeitsagenturen. Du wirst möglicherweise überrascht sein, wie viele Akademiker heutzutage arbeitslos sind oder völlig berufsfremde Tätigkeiten wahrnehmen müssen. Zahllose BWLer leiden ebenso an Perspektivlosigkeit wie Low Potentials, die halt von haus aus viele geschlossene Türen vorfinden.

🏛 Der Fachkräftemangel ist längst angekommen. Es gibt zahlreiche unterbesetzte wichtige Berufe, deren Gehälter manchmal höher sind als jene der studierten Zunft. Dies wird mit hoher Wahrscheinlichkeit weiter zunehmen.

🏛 Situation Handwerk: zahllose Betriebe kommen monatelang ihren Aufträgen nicht hinterher (Häuslebesitzer kennen dieses Dilemma zur Genüge). Ebenso viele suchen händeringend Nachfolger. Handwerklich geschickte kreative Charaktere haben hier eine wirklich aussichtsreiche Zukunft.

🏛 Gleichzeitig werden immer mehr Berufe durch Roboter und Co ersetzt. Hier wird sich weiterhin viel verändern. Um so wichtiger folgender Punkt.

🏛 Ein Kind, das sich gemäß seiner Interessen und Fähigkeiten entfalten darf, wird seine Seelenaufgabe sehr viel schneller herausfinden, als viele Jahrzehnte Irrlaufsspiralen aus Ablehnung, Depression und Unzufriedenheit.

🏛 Heutzutage sind Berufswechsel aber normal und keine Entscheidung gilt mehr für die Ewigkeit. Deshalb:

Je entspannter Du es siehst, um so entspannter kann Dein Kind die beste Entscheidung treffen.

Schreibt gern, wie es Euch mit diesem Thema früher erging und wie Ihr es nun selbst handhabt.

Gutes Gelingen, dem Kind und Eurer ganzen Familie.

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Profilfoto von Tanja Schillmaier
Tanja Schillmaier ist Wirtschaftsfachwirtin (IHK), Personal & Business Coach, Psychodrama System & Team Coach, Mediengestalterin, Werbetexterin, zertifizierte "Reiss Motivation Profile" sowie "9 Levels of Value Systems"-Beraterin, Bloggerin und Autorin. Mutter von drei Kindern, Hunde-, Katzen- und Gartenmama. Ihre Herkunft zwischen Berlin Frohnau und Wedding 4. Stock bis hin zu 30 Jahren Leben und Akzeptanz in Bayern, langjähriger Arbeit als Coach von Coaches, eigenen bürokratischen, wirtschaftlichen und mentalen Erfahrungen als Unternehmerin, Vorsitzende von Gewerbeverbänden und Teilnahmen an diversen Businessplanwettbewerben führten sie zu einer Kernerkenntnis: Selbstwirksamkeit und Realität sind zwei verschiedene Einzelschuhe. Daher setzt sie sich für mehr Toleranz und Fehlerakzeptanz von Menschen ein und kämpft für Low Potentials. Ein Begriff, den sie selbst geprägt hat, um der Gesellschaft einen Spiegel entgegenzuhalten und diese einzuladen, ihn gemeinsam zu polieren.
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