Start unseres Tempel-NFT’s

Gestern war ein aufregender Tag.

Zuerst die Freude, unseren ersten schönen Basistempel herauszugeben. Beim Testen vor einigen Monaten war uns jedoch nicht bewusst, dass wir auch noch den 2. Schritt des „sell“ gehen müssen, um mit unserem NFT tatsächlich kaufbar zu sein.

Also gut. Dieses Mal inklusive Schritt 2. Doch wie das beinahe jedem in dieser schönen neuen Welt geht, tausend Fragen mischen sich mit zehntausend Warnungen. So sitzt du dann vor Deinem Rechner, gibst 111 Stück ein und weißt nicht einmal, ob danach erst alle einzeln erscheinen, man sie doch einzeln anlegen muss oder gar sofort Gebühren für alle fällig sind.

Die liebe Technik

Eine zarte Ängstlichkeit kroch den Nacken hinauf. Besser den Prozess noch mal abbrechen und überlegen. Mit einer kleineren Menge starten …?

Plötzlich meldet OpenSea zu wenig Guthaben auf der Wallet. Klar, wir hatten neulich das bisherige Ethereum zugunsten des WETH aufbrauchen wollen und die letzten Eth in kleinere NFT’s investiert. Solltest Du an dieser Stelle Bahnhof verstehen, keine Sorge, so geht es anfangs jedem. Doch wer hat Facebook oder das gar nicht intuitive Instagram sofort verstanden? Wir lernen hierbei alle gemeinsam :-).

Dann rutschte der Wert des Ethereum kurz runter, so dass die Gebühr reichte (ja, auch Abbrüche kosten Geld, lernte ich). So weit so gut. Später werden unsere Besucher verwundert fragen, was das für ein Hickhack auf der Blockchain ist. Denn ja, noch was gelernt, auch Abbrüche sind dokumentiert. Ohje, wenn ich das gewusst hätte. Aber gut klar, das ist ja der Sinn und zuweilen auch Vorteil einer Blockchain. Alles nachvollziehbar verkettet, sozusagen. Natürlich schon x Mal gehört. Doch erst jetzt verstanden, was es im Anwendungsfall bedeutet. Mal wieder der Klassiker zwischen Theorie und Praxis. Nicht umsonst diktieren die Programmierer „testen, testen, testen“. Trotzdem passieren Fehler meist erst im Gehen.

Der berührende Moment 1 und 2 und 3

Dann war er plötzlich „drin“, ich kam mir vor wie Boris Becker (ohje, der ist ja jetzt anders drin).

Die Melodie lief los und dabei bekomme ich immer wieder eine Gänsehaut. Es ist so eine gefühlvolle Melodie. Für mich drückt sie all die Schmerzen und Hoffnungen von Low Potentials aus.

Nun musste das natürlich gefeiert und publiziert werden. Als Erstes teilte ich meine Freude unserer Mastermind mit. Noch vor meinem Mann, was sonst nahezu ausgeschlossen ist. Ein Zusammenschluss von lieben Menschen, die sich in der NFT- und Metaversenwelt miteinander zurechtfinden und unterstützen möchten.

Kurz danach kam die Nachricht von einem Teilnehmer mit den Worten „Bin der Erste von 111“ mit Herzaugen-Emoji. Da war’s kurz um mich geschehen. Ich bekam eine Ganzkörpergänsehaut und Tränen in den Augen. Natürlich war das für den Rest der Welt erst einmal nur ein ganz unbedeutender kleiner Schritt. Aber für mich ein riesengroßer. Zwar hatten sich in den letzten Wochen immer wieder lauter liebe Menschen gemeldet, unsere Mission toll zu finden und unterstützen zu wollen.

Einer der Gründe warum ich nicht von mir spreche, sondern von uns. Es geht hierbei nicht um meine Person, sondern die Mission und damit um sehr sehr viele Menschen. Außerdem war ich vermutlich so berührt, weil ich vor ca. 14 Jahren für eine ebenfalls sehr wichtige Geschäftsidee bei allen Businessplanwettbewerben mit den gleich folgenden Worten abgewiesen worden war.

Eine alte Reise mit neuen Koffern

„Sie sind alleine. Das kann nicht funktionieren. Ein Unternehmen Ihrer Größenordnung baut keine Frau und schon gar nicht Mutter allein auf.“

Allen Ernstes. Ich hatte sogar den Wirtschaftsfachwirt gemacht, weil man mir mangelnde wirtschaftliche und personelle Grundlagen vorwarf. Ich hatte an Mentorenprogrammen teilgenommen, um von erfahrenen Unternehmern zu lernen. Doch es stellte sich heraus, dass diese gar kein Interesse hatten, jemandem zu helfen. Sie fanden das lediglich für ihre Imagebroschüren recht hilfreich.

Außerdem baute ich ein Frauennetzwerk auf und wurde darauf folgend Vorsitzende in unserem regionalen Gewerbeverband. Das ursprüngliche Ziel war, Investoren kennenzulernen und immer mehr Empfehlungsgeber für mein Konzept zu finden. Denn vertrieblich war ich zwar ausgebildet, doch es war überhaupt nie mein Talent.

Was im Rahmen dieser Zeit alles noch Unglaubliches geschah, wird mein Buch beschreiben. Doch all diese Dinge sind die Narben meiner Unternehmerinnenreise und waren in diesem Moment allesamt wieder da.

Damals hatte ich ein sehr erklärungsbedürftiges Produkt. Nun war es anders. Schon aufgrund meiner noch wenigen Postings bekam ich viel positives Feedback. Das fühlte sich ganz neu und wunderbar an. Doch wusste ich gleichzeitig wie viel Arbeit noch vor uns lag, bevor wir bekannt würden.

Wie sollte es mir – mittlerweile aufgrund einer Familienkatastrophe selbst am existentiellen Abgrund inmitten meiner ersten Million, die der Bank gehörte und ich nur bewohnte – gelingen, Handlungsgelder einzuspielen, um anständig Marketing betreiben zu können?

Plötzlich war ich selbst wieder an dem Punkt, an dem ich schon so oft war und dringend anderen dabei helfen wollte, da hinaus zu kommen. Schließlich hatte ich x verschiedene Sprachen der Herablassung kennengelernt und gemäß Thomas Edison zahlreiche Methoden, wie etwas nicht funktioniert.

Doch mit meiner 50/50%-Teilung und den zunächst kleinen NFT-Preisen, konnte ich abgesehen von der Kapitalertragssteuer noch lange nicht planen, geschweige denn schon gleich anderen helfen, die dann im Idealfall auch mal ein Like setzen würden. Aufgaben über Aufgaben. Doch trotzdem war ich glücklich und erfüllt, ringsherum um meine tränenden Augen.

Wordcloud-Hand mit LinkedIn als
spontaner Impuls

Bei allem Marketingwissen und strategischem Denken, bin ich in erster Linie ein spontaner Gefühlsmensch. Wenn mir meine innere Stimme sagt, mach‘ das, bin ich mittlerweile weit genug vorgedrungen, auf sie zu hören. Auch wenn mein Verstand erst einmal zu diskutieren versucht á la:

„Wat willste denn da? Du hast noch viel zu wenig Kontakte und diejenigen, die schon da sind, gucken Dich nicht einmal an, wenn Du Gandhi auferstehen lässt. Dass Du selbst so tickst, interessiert sie nicht und wie viele Likes und förderliche Statements Du ihnen schon hinterlassen hast, auch nicht.“

In Deutschland schmückt man sich halt nur mit Reichweiten, Leads und Anmeldequoten. Aber doch bitteschön nicht mit echten Menschen, ja, das stimmte. Deshalb war ich bisher mit LinkedIn noch nicht ganz warm geworden. Einfach nur Unmengen an Kontakten aufzubauen, um sie dann strategisch zu nutzen, war ein Gen, das mir fehlte. Doch immerhin hatte ich gelernt, meinen inneren Krawallzensor auf einen Stuhl zu setzen, um den Rest von mir in Ruhe machen zu lassen. Dieser Teil war bereits am Schreiben und ein paar Stunden später würden mein Mann und ich uns per Handy (Wochenend-Ehe) jede einzelne neue Impressionssteigerung befeiern:

„Wow 68 – 71 … 100 krass … 108, sorry 114 – mit 117 schicke ich dich ins Bett – 168 – 222, gute Zahl zum Schlafengehen“ und freuen wie die kleinen Kinder. Wissend, dass Influencer dafür nicht einmal husten und die geringen Reaktionen unsere Reichweite verlässlich wieder nach unten führen würden. Für mich war es trotzdem schön und ich spamte all meine Whatsapp-Statis.

„Ich hätte gern gekauft, aber es ging nicht.“

Wie bitte waaaaaaas? Ich war gerade beim Ins Bett gehen, als jemand meinen Beitrag kommentierte, dass er unsere Arbeit gerne unterstützen und den NFT kaufen würde, aber er gar nicht gelistet sei. So schnell kann man auch als Frühaufsteher- und Schlummerin spät abends noch hellwach werden. Mein Hirn wurde ein wenig benommen zwischen
„Auweia. Wie konnte das denn passieren?“

und
„Wow, wie cool ist das denn!“

Einer der vielen Phänomene dieser neuen noch unbekannten Welt mit ihren Rätseln. Ich verstand nicht, was ich falsch gemacht hatte und flitzte zurück an meinen Rechner. Wurde ja schließlich einige Stunden vorher der erste NFT verkauft und ich hatte sogleich als Anzahl 111 angelegt. Dachte ich. Aber offensichtlich hatte ich übersehen, dies auch in der 2. Stufe des Klicks auf den Button „sell“ zu vollziehen. Ok, also neuer Versuch und neue Gebührenrätsel. Verdammt, wieder alles unwiderruflich ablesbar im Listungsfenster des NFT’s.

Netterweise kam vom selben Herrn noch der Tipp, einige auch im „schwarzen“ Ethereum, anstelle des WETH herauszugeben, da viele Menschen ihn trotz Umstellung der Systeme ja immer noch in ihren Wallets hätten und Umtauschen unnötig Geld und Aufwand kostet.

So haben wir nun also kleinere Tranchen in den Verkauf gestellt. Und je nachdem, was mehr gefragt sein wird, werden wir die restliche Zahl dann in Eth oder WETH herausgeben. Zwar ist beim Einstellen beides sichtbar, aber eben doch nur eine Einzelauswahl im Verkaufsprozess. Wat ne komplizierte Reise :-). Aber ich finde sie trotzdem total spannend und vieler neuer Möglichkeiten.

Wenn Du bis hierher mitgelesen hast, Respekt. Und lieben Dank. Es war mir ein spontaner Impuls, ein wenig den gestrigen Tag zu beschreiben und interessierten Lesern zu beleuchten, wie es zu den seltsamen Zahlen hinter unserem Tempel-NFT kam.

Mittendrin buk ich übrigens Kuchen. Mein Ältester wird heute 16. Er atmet sich „safe durch den Discord“.

Ich frage mich, ab welcher Größe er nicht mehr lächerlich wirkt. Also der Discord.

Diese Kommunikationsplattform gilt in der NFT-Welt als empfohlene Rechercheplattform hinter allen NFT-Projekten. Nur wer dort große Communities aufweisen könne, sei eine ernstzunehmende Geldanlage wert. Auch von Mike Hager und vielen anderen empfohlen, darauf zu achten. Ebenso wie auf den blauen Haken bei OpenSea.

Ich liebe Katzen sehr. Aber noch nie solche, die sich derart doof in den Schwanz beißen.

Tja, so ist das mit uns Low Potentials. Ob wir es der Welt trotzdem beweisen werden können? Können werden? Leider fehlt mir hierfür die Bildung.

Herzliche Grüße von einer Seele auf Kurs

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Profilfoto von Tanja Schillmaier
Tanja ist die Gründerin von Seele auf Kurs. Sie erlebte viele Jahre lang die Hürden der Selbständigkeit und Deutschen Bürokratie (hohe Steuernachzahlungen wegen Liebhaberei, Arbeitsplatzablehnungen aufgrund starrer Titelvorgaben vermeintlich sozialer Träger und unüberwindbare Vorurteile in den Herzen der Menschen gegenüber Nichtstudierten und überhaupt anders Denkenden). Mit den Jahren erkannte sie, dass zwei füreinander geschaffene Menschengruppen aneinander vorbei liefen: 1. zahlreiche gut ausgebildete Coaches, die ebenso mit den Herausforderungen ihrer Existenz zu kämpfen hatten und 2. unzählige Menschen mit dem dringenden Bedarf nach Hilfe ohne den dazu erforderlichen Mitteln. Während die offiziellen Gesundheitskanäle an Überlastung schier platzten, schien man entwicklungsfreudige Menschen dennoch lieber sich selbst zu überlassen, anstatt die akademischen Tore für alternative Menschenbegleiter zu öffnen. Immer wieder rätselte sie darüber, wie man diese beiden Seiten zueinander führen und glücklich machen könne, entwickelte und verwarf Ideen, produzierte Flyer, sammelte Reaktionen und folgte diversen Achterbahnen ihres eigenen Lebens. Im Jahre '22 las Tanja bei Wikipedia die Definition der High Potentials, die dort unverblümt als akademisch beschrieben wurden. Ihr fiel wie Schuppen von den Augen, dass diese Bezeichnung nicht den evolutionär gut verteilten Fähigkeiten aller Menschen entsprang, sondern einer rein elitären Bewertung. "Demnach sind wir also die Low Potentials oder wie?!" In diesem Moment wurde ihr endgültig klar, dass sie angetreten war, die Welt zu verändern.
Profilfoto von Tanja Schillmaier

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